Ebenso wie viele andere große Städte verdankt auch Sevilla seine Existenz einem großen Fluss, dem Guadalquivir. An seinem Ufer wurde die Stadt gegründet, sodass sie sehr günstig im Schnittpunkt verschiedener natürlicher Verkehrsstrecken liegt, die das Innere Andalusiens mit den Küstenebenen und den Seefahrtstrecken verbinden. Der Guadalquivir wird am linken Ufer vom Genil, vom Gorbones und vom Guadaira gespeist und am rechten Ufer von den Flüssen Huéznar, Viar, Huelva, Cala und Guadiamar.

Der Guadalquivir war schon immer der eigentliche Motor Sevillas. Der ursprünglich Tartessos getaufte Fluss, von den Römern Betis genannt und von den Arabern Wadi al-Kabir ("großer Fluss"), woher der heutige Namen stammt, entspringt in 1600 Metern Höhe im Gebirge Sierra de Cazorla (Provinz Jaén) und legt 590 Kilometer in Andalusien zurück, bis er die Atlantikküste erreicht. Er besitzt den einzigen Flusshafen Spaniens, der 80 Kilometer vom Atlantik entfernt und sehr nah am Mittelmeer liegt. Der Hafen hat eine Fläche von drei Mio. Quadratmetern.
Die Einfahrt befindet sich zwischen Sanlúcar de Barrameda und dem Nationalpark Doñana - dem größten Naturschutzgebiet Europas - und wird begrenzt von einer Schleuse mit folgenden Ausmaßen:

Es ist ein vielfältig genutzter Hafen, in dem große Mengen an Getreide, Düngemitteln, Zement, Mineralien, Ölsaaten, Futtermitteln und Energieträgern aus Erdöl umgeschlagen werden. Früher kamen hier nicht nur Waren wie das berühmte Gold aus den Bergwerken Amerikas an, sondern auch viele Völker, die nach und nach die Stadt geprägt haben. Heute ist der Hafen ein wichtiges Bindeglied im Handel zwischen den Kanarischen Inseln und dem spanischen Festland.

Um möglichst viel Nutzen aus dem Privileg zu ziehen, das der Fluss für Sevilla darstellt, bemüht sich die Hafenbehörde, den Hafen stärker an die Stadt anzubinden. So ist geplant, einen großen nautisch-kommerziellen Komplex, der sich in das Stadtleben einfügt, zu schaffen. Damit soll der seit Jahrhunderten für den Warenumschlag bekannte Flusshafen von Sevilla in eine geeignete Anlaufstelle für Kreuzfahrtschiffe und Jachten verwandelt werden.
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