

Wie bereits im Grundwortschatz der Semana Santa erklärt wurde, besteht eine Bulla aus einer Ansammlung von Menschen, die sich in diesem Fall um die Prozessionen drängt und sogar in den anliegenden Straßen bildet. Die wachsende Popularität, die die Semana Santa on Sevilla erlebt hat, hat die Bulla zu einer ihrer Begleiterscheinungen werden lassen. Einheimische und Fremde versammeln sich in dicht gedrängten Massen beinahe entlang des gesamten Weges der Prozessionen der Laienbruderschaften. Die Bulla erreicht jedoch an estimmten Stellen eine besonders große Intensität:
An den wichtigsten Stellen des Weges, insbesondere beim Aus- und Einzug in die Kirchen.
In der Nähe des Beginns der Carrera Oficial (Plaza del Duque und La Campana) oder an ihrem Ende (Plaza de la Virgen de los Reyes am Ausgang der Kathedrale).
Es gibt einige ganz bestimmte Stellen, die auf dem Weg einiger Prozessionen ein unvergleichbares Hintergrundbild darstellen, zum Beispiel der Arco del Postigo oder an den wichtigsten Tagen (Gründonnerstag, Karfreitag in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag) Plätze wie die Plaza de la Alfalfa oder Plaza del Salvador. Die Bullas bilden sich oft nicht an dem Ort und zu dem Zeitpunkt, zu dem eine Prozession vorüberzieht, sondern auf dem Hin- oder Rückweg zu diesen Stellen.
Entlang des gesamten Weges vom Auszug bis zum Einzug der vom Volk am meisten verehrten Laienbruderschaften in ihre Kirchen bilden sich ebenfalls Bullas. Dies sind zum Beispiel die Hermandad de la Macarena, die Hermandad del Señor del Gran Poder und die Hermandad de la Esperanza de Triana.
Laut Aussagen der Experten unterscheidet sich die Bulla von einer gewöhnlichen Menschenmasse in dem Punkt, dass Erstere gewisse Verhaltensregeln einhält. In einer Bulla der Semana Santa kann man normalerweise ein gewisses Gefühl empfinden, dass das Publikum weiß, was sich gehört, ein Gefühl der gemeinsamen Identifikation aller, aus denen sie sich zusammensetzt, und eine Ablehnung gegenüber barschen oder egoistischen Verhaltensweisen. Alle Sevillaner beklagen sich über die Bullas, sind sich jedoch dessen bewusst, dass gerade dieses Menschenmeer, auf dem die Pasos zu schwimmen scheinen, Teil des Schauspiels ist. Die heutige Semana Santa wäre ohne die Massen, die mobilisiert werden, um sie in Szene zu setzen, unverständlich.
Die Bulla kann jedoch aufgrund ihres Flusses einen Intensitätsgrad erreichen, bei dem man das Schauspiel nur noch schwer genießen kann. Es ist deshalb nur vernünftig, zu versuchen, diese Staus zu vermeiden.
Ratschläge, um sich in einer Bulla fortzubewegen
Es passiert einem nichts in einer Bulla. Personen, die dieses Phänomen nicht gut kennen, können sich in einer dieser Menschenmassen erdrückt oder in Gefahr fühlen und nervös werden. Man braucht sich jedoch nicht zu beunruhigen, da nichts darüber bekannt ist, dass jemals etwas Schlimmes in einer Bulla der Semana Santa von Sevilla passiert wäre.


Höflichkeit und gute Manieren sind ein effizienter Verhaltenskodex, wenn man sich in einer Bulla fortbewegen muss. Außerdem sind die Sevillaner für gewöhnlich Besuchern gegenüber toleranter als gegenüber ihren Landsleuten.
Es ist auf jeden Fall besser, das Laufen in die Gegenrichtung zu vermeiden, und selbstverständlich nicht dort die Straße zu überqueren, wo am meisten Menschen stehen (vor allem, wenn sich ein Paso nähert). Wenn man in einer Bulla feststeckt, ist es oft besser, sich mit Geduld zu wappnen und zu warten, bis sie sich auflöst.
Wenn Sie eine Cofradía beim Aus- oder Einzug aus ihrer Kirche, in einer engen Straße oder an einem schwer zugänglichen Platz beobachten wollen, versuchen Sie, rechtzeitig da zu sein.
Wenn Sie mit Kindern unterwegs sind, ist es selbstverständlich besser, zu versuchen, die Cofradías an offenen Stellen zu sehen, an den Orten, wo sich am wenigsten Menschen ansammeln und die Kleinen ohne Gefahr in der ersten Reihe stehen können. Sie werden schnell die sevillanischen Kinder nachahmen und rufen: "¡Nazareno, dame un caramelo!" ("Nazarener, gib mir ein Bonbon!").
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