Gastronomie

Ein großer Teil der Geschichte Sevillas spiegelt sich in der Gastronomie der Stadt wider. Sie ist natürlich eng verwandt mit der andalusischen Küche, von der sie sich Zutaten aus anderen nahe gelegenen Gebieten ausleiht. Das sind zum Beispiel der Serrano-Schinken, die Meeresfrüchte aus Cádiz und Huelva und der Manchego-Käse. Es ist eine volkstümliche Küche, die aus ihrer Vergangenheit schöpft. Das allgegenwärtige Olivenöl ist das Ergebnis der Beziehungen Sevillas zu den Völkern des Mittelmeers. Die gebildeten, toleranten Mohammedaner führten neue Produkte ein. Aus Amerika kamen neue Zutaten, die schnell in die Küche Sevillas und sogar ganz Europas Eingang fanden.
Die arabischen Wurzeln sind ganz besonders stark, weshalb einige Gerichte wie der "Gazpacho" in allen andalusischen Provinzen anzutreffen ist und sogar im restlichen Spanien große Verbreitung gefunden hat.


Gazpacho ist eine kalte Tomatensuppe, dessen Zutaten Tomaten, Brot, Wasser, Knoblauch, Paprika, Essig und Olivenöl sind; man trinkt ihn entweder aus einem Glas oder löffelt ihn aus dem Teller, falls ihm rohe Gemüsestückchen und klein geschnittenes Brot beigegeben werden.
Der Gazpacho ist eines der berühmtesten Gerichte der südspanischen Küche. Seine Zusammensetzung hat sich nach und nach verändert, als neue Zutaten aus Amerika hinzukamen, die schon im 17. Jahrhundert überall bekannt waren.
Die sevillanische Gastronomie zeichnet sich durch ihre Vielfalt und ihre Qualität aus. Es ist eine leichte Küche, die reich an frischen Erzeugnissen des Umlands ist. Eine ganz wichtige Zutat ist stets Olivenöl.
Zu den typischen Gerichten der Gastronomie Sevillas gehören neben dem bereits erwähnten Gazpacho der sevillanische Endiviensalat, "Menudo" (Kutteln im andalusischen Stil), Stierschwanz, Schweinefilet mit Schmalz, Kalb nach sevillanischer Art (zerkleinertes gekochtes Kalbfleisch mit Oliven und Weißwein), "Pringá" (Mischung aus Kalbfleisch, Speck, Paprikawurst, Blutwurst und Schinken), "Pavías" (frittierte Fischhäppchen) und Spinat mit Kichererbsen nach einem Rezept, das ein Erbe der Araber ist.


Obst, das hier sehr schmackhaft ist, wird viel gegessen. Schon zur Zeit der Araber wurde es auch kandiert und als Gelee genossen.
Die Backstuben Sevillas, die in der arabisch-andalusischen Blütezeit ihren Ursprung haben, waren seit der Renaissance sehr berühmt. Einige von ihnen existierten noch vor nicht allzu langer Zeit. In ihnen buk man "Tortas de Aceite", Ölfladen, die in alle Winkel Spaniens exportiert wurden, und "Polvorones", ein arabisches Mürbeteiggebäck, das in der Weihnachtszeit verzehrt wird und heute in vielen Varianten existiert. Ebenfalls sehr bekannt sind Gebäcksorten wie "Cortadillos", "Pestiños", "Piñonates" und "Mostachones", und schließlich gibt es noch das Quittengelee.
Doch die wirklich exquisite überlieferte Zuckerbäckerei Sevillas hat ihren allseits bekannten Stammsitz in den Klöstern, die in unserer Stadt eine besondere Tradition und einen besonderen Reiz haben. Leckermäuler sollten ihnen einen Besuch abstatten und ein paar Kostproben aus dem breiten Angebot erstehen, beispielsweise "Yemas de San Leandro", hausgemachte Marmeladen von Santa Paula, die Kuchen und mit Zitronat gefüllten Teigringe von Santa Clara, das gemischte Gebäck von Santa Inés oder die "Rosquitos" von San Clemente. All diese Produkte sind eine reichhaltige und geheimnisvolle Hinterlassenschaft, die unberührt vom Lauf der Zeit bis in unsere Tage erhalten geblieben ist. So halten die Backwaren der Nonnen gegenüber industriellen Bäckereien und Multis die Fahne der handwerklichen Tradition und der natürlichen Zutaten hoch, denn dies sind die wesentlichen Zutaten der über Generationen hinweg sorgsam gehüteten Rezepte.

Die heutigen Köche Sevillas sind stolz auf ihre vielfältige, feine Küche, die ihre Wurzeln - die Küche des einfachen Volks - nicht verloren hat. Es gibt in Sevilla Restaurants, die sowohl in Spanien als auch im Ausland bekannt sind, Restaurants mit reichhaltigen, fantasievollen Speisekarten, die nur erstklassige Produkte verarbeiten, Restaurants, die unzählige traditionelle Gerichte Sevillas zubereiten, die sie selbst noch bereichert, verbessert und erneuert haben.
Wir haben aus den Speisekarten einiger Restaurants von Sevilla für Sie ein paar Beispiele ausgewählt:
Gehen Sie einfach mal auf Entdeckungsreise und probieren Sie in unseren Restaurants das eine oder andere unserer Gerichte! Wir sind uns sicher, dass Ihnen alles bestens schmecken wird und dass Sie gern wiederkehren werden!
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